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Super Pipe

von Christian Bach, 15. Dez 2000

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90-60-90
Size does matter, das wusste schon Godzilla, und deshalb gehts auch mit den Maßen los. In diesem Punkt waren sich unsere Experten einig. Eine Pipe sollte mindestens 70m und höchstens 120m lang sein. 70m garantieren eine Mindestzahl von 5 Hits und mehr als 120m Pipe am Stück sind für die meisten nur unter Zuhilfenahme eines Sauerstoffzeltes machbar. Die Breite einer Pipe liegt idealerweise zwischen 15 und 20m von Coping zu Coping. Bei weniger wird es dann doch ziemlich hektisch, weil nach der Landung die andere Seite so schnell kommt, dass man kaum noch Zeit hat sich für den nächsten Sprung zu sortieren. Wenn das Flat so lang ist, dass man Angst haben muss auf der riesigen freien Fläche zwischen den Walls vom Blitz erschlagen zu werden, hat der Spaß aber auch ein Loch.
Need for Speed
Druckreif ist wahrscheinlich die Definition zur idealen Hangneigung von Xaver Hoffmann: "Die ideale Hangneigung hängt von der Höhe der Walls ab und umgekehrt. Von drei Metern Transition-Radius an aufwärts ist eine Hangneigung von 17° empfehlenswert. Bei mehr als vier Metern Höhe, sollte die Hangneigung optimalerweise 18-21° betragen." Sani Alibabic wollte sich nicht so genau auf Zahlen festlegen lassen, grundsätzlich gilt für ihn, dass eine Pipe lieber zu steil als zu flach sein sollte, um immer genügend Speed zwischen den einzelnen Hits zu haben. Soweit erst einmal der Grundriss.

Foto: Jeff Webb

Die Walls
Ein Grundriss allein reicht natürlich nicht aus, um wirklich Pipe fahren zu können. Dafür fehlt noch die dritte Dimension, die Höhe. Hier kommt jetzt übrigens die Stelle im Text, um die ich mich gerne gedrückt hätte, weil man nicht von einer idealen Höhe sprechen kann, ohne dabei auf die Transition, den bogenhaften Übergang zwischen waagerecht und (fast) senkrecht, einzugehen. Also ich versuch das jetzt mal ganz von vorne. Der Name Halfpipe (= halbe Röhre) impliziert, dass irgendetwas an diesem Gebilde von runder Beschaffenheit sein muss. Womit wir bei den Transitions wären. Wer oben aus der Pipe raus will, muss erst einmal unten durch sie durch. Die Tranny entscheidet über Wohl und Wehe des Pipefahrers. Ist sie zu groß, wird die Kompression beim Durchfahren zu groß, was zur Folge hat, dass es einem entweder gleich den Hintern aufs Brett drückt, oder man total unkontrolliert übers Coping hinausschießt. Oder aber die Transition ist im Verhältnis zur Höhe der Pipe zu klein, was unweigerlich den größten PipeBummer überhaupt nach sich zieht- zuviel Vert.

Senkrechtstarter?
Vert, so nennt sich das letzte gerade Stück zwischen dem Coping und dem Ende der Transition, und wenn man Xaver Hoffmann glauben darf [Ihr dürft! Anm. d. Red.], sind schon mehr als zehn Zentimeter davon verantwortlich für Knochenbrüche, ausgekugelte Schultern und fieseste Knieverletzungen. Wieso das? Ganz einfach. Beim Pipe fahren geht es vor allem um Höhe. Um möglichst viel davon zu bekommen muss man sich beim Rausfahren sinnvoll, geschrieben s-i-n-n-v-o-l-l, abdrücken können. Die Abdrückbewegung findet ungefähr im letzten Viertel der Wall statt. Problematisch wird es, wenn dieser Teil der Pipe schon mehr oder weniger senkrecht ist. In diesem Fall bekommt man dann nämlich nicht die gewünschte Höhe, sondern drückt sich lediglich in die Pipe hinein, was eine sogenannte Flat-Bombe zur Folge hat. Und das tut weh. [Des kannsch so singe do!]

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