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Interview mit Marc Swoboda

29. Okt 2008

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Wie war dein erster Eindruck vom Geltscher und vom Park als du das erste Mal oben angekommen bist?
Das ist der größte, massivste Gletscher, den ich bis jetzt gesehen habe. Die Natur ist überwältigend. Ich finde es positiv, dass Saas Fee ein autofreies Dorf ist und hier nur Elektroautos fahren, um die Gäste vom Parkhaus zum Hotel zu bringen. Das hat den Trip zusätzlich ruhig und entspannt gemacht. Mit dem Park auf der anderen Seite, war ich ehrlich gesagt nicht so happy. Die Kicker waren schlecht geshapet und die Landehügel waren definitiv zu flach. Das Winkel-Verhältnis zwischen Absprung und Landung hat einfach nicht gepasst. Rails gab es nicht viele, genau genommen nur ein Downrail und drei, vier Boxen; und die standen schief und wackelig. Die Pipe war auch nicht so toll, aber irgendetwas zum shredden haben wir immer gefunden.

Ihr hattet effektiv nur drei Shooting-Tage. Hattet ihr ein straffes Programm?
Ja klar, wir wollten so produktiv wie möglich sein und nicht lange herum daddeln. Am ersten Tag waren Basti, Ethan und ich mit Hansi Herbig unterwegs und wir haben zugesehen, dass wir so viele Shots wie möglich zusammen kriegen und nicht nur das Standard-Programm im Park abhaken. Nach den Kickern hatten wir eine sensationelle Session an einem verlassenen Baumstumpf, wobei einige super Shots zustande gekommen sind.

Verrätst du uns, welchen Trick du am Tree gemacht hast, oder ist das Top-Secret?
Nein, meine Idee war eine Mischung aus Frontside 360 und Backflip über bzw. an das Teil zu springen. Sozusagen ein Art Invert 360 wobei ich mich gleichzeitig mit der Hand vom Baum abgedrückt habe, als das Board wagerecht zum Boden über meinem Kopf war.

Das klingt sick, aber auch ziemlich sketchy. Pusht man bei Film- oder Fotosessions manchmal auch seine Grenzen, um den perfekten Shot in den Kasten zu kriegen?
Natürlich, wenn man mit einem Top-Fotografen wie Hansi Herbig unterwegs ist, will man den bestmöglichen Output bekommen. Auf der einen Seite will man zeigen, was man drauf hat, auf der anderen Seite kann der Schuss bei zu viel Engagement auch schnell nach hinten losgehen. Denn wenn man zuviel für einen Shot riskiert, riskiert man im Extremfall ein Verletzungs-Timeout. Ich versuche immer ganz langsam und locker anzufangen und gehe bei den ersten Tricks auf Sicherheit. Der Rest ist dann von der Tagesform abhängig, wie weit ich mich in Sachen Risiko nach vorne taste. Vor allem für junge Fahrer ist das oft ein Problem. Manche Kids schießen sich dann ohne groß darüber nachzudenken irgendwo drüber, was ihre Skills möglicherweise überschreitet. Bei der Baum-Session hat sich alles hervorragend angefühlt. Die Landung hat gepasst und nach ein paar Probesprüngen habe ich dann trick- und kreativtechnisch noch einen Gang hoch geschaltet. Wenn alle den gleichen Trick machen ist es oft nur die Frage, wer macht ihn am stylishsten oder wen erwischt der Fotograf am besten. Ethan ist z. B. One Foot abgesprungen und hat sich mit dem Bein vom Baum abgedrückt, was auch sehr sick war. Es bringt einen immer nach vorne, wenn man neue Sachen probiert. Man muss allerdings abschätzen können, wie viel Druck man zulassen kann bzw. wie viel Druck man sich selber machen sollte.

Ihr musstet die Session vorzeitig beenden, weil der Lift aufgrund der schlechten Schneeverhältnisse vorzeitig geschlossen wurde. War es wirklich so schlimm?
Ja, das ist heftig in Saas Fee. Um 13:00 Uhr machen die Lifte dicht und an diesem Tag, weil der Schnee so weich und slushy war, sogar schon etwas früher. Das war schade, aber wir hatten anschließend im Abenteuer-Wald von Saas Fee, ein Hochseilgarten im Tal, mit der kompletten Nike 6.0-Crew eine Menge Spaß und es gab die Möglichkeit uns abseits des Bergs, wo wir oft nur über Snowboarden fachsimpeln, kennen zu lernen. Insbesondere die Seilfahrt über die 250 Meter lange, circa 100 Meter tiefe, Schlucht war wild. Das Feingefühl für derartige Aktionen bei Nike machen den Unterschied aus. Davon erzählt man und erinnert sich gerne zurück. Das war definitiv spannender als den ganzen Nachmittag vor dem Computer zu hängen.

Kanntest du einige europäische Teamrider schon vor dem Trip?
Nein, und genau das war das schöne daran. Es ist oft so, dass man die Teamrider bei anderen Sponsoren nur aus Magazinen oder von der Firmen-Homepage kennt, aber persönlich bekommt man sie oft nicht zu Gesicht. Klar, jede Mentalität und jede Person ist ein bisschen eigen, aber genau das macht es so spannend. Es ist interessant zu hören, wie es beispielsweise bei den Italienern in der Snowboard-Szene und mit Footage in Magazinen zugeht, oder bei den Engländern mit den Dryslopes und Indoor-Hallen. Wir hatten hier die Chance unsere Erfahrungen miteinander auszutauschen. Wenn man immer mit den gleichen Leuten unterwegs ist, lernt man irgendwann nicht mehr viel dazu. Über meine Teamkollegen aus Deutschland bin ich extrem happy: Mit Basti Rittig bin ich auch gemeinsam im Nitro-Team und wir waren schon oft zusammen unterwegs. Und Ethan Morgan kannte ich vorher auch schon. Das passt perfekt! Das ist eine super Crew und es macht enorm Spaß.

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