Snowboard Mag Contact Info Newsletter

One Big ParkZeit Contest Neuss

von Nico Pfabe, 26. Aug 2008

Bewertung: 7.8     Deine Bewertung

Bilder, die an das Rampenfest erinnern, surren an der Fensterscheibe vom Auto vorbei, wenn man sich der Neusser Skihalle nähert. Ein riesiges Gebäude, das sich schräg in den Himmel reckt, kommt immer näher und wird dabei größer, als man von Fotos vermuten würde.
Dort angekommen, betritt man mit dem Durchschreiten der Eingangstüre eine andere Welt. Apres-Ski-Hütten, Snowboardshops und Almhüttenfeeling bei der Mittagessensauswahl. Im Keller dann der Eingang zum eigentlichen Kühlschrank. Schlagartiger Temperaturabfall von ca 24°C und Schnee unter den Füßen. Der ist zwar für die alpennah Wohnenden sehr gewöhnungsbedürftig, aber er ist weiß, weich und schmilzt auf der Haut. Fast wie echter Schnee also.

Atomic-Pro Tajo Seefried versucht sich mit einem Frontside Noseslide an der 21m langen Monsterbox (Foto: Christina Waidmann)

Das waren die ersten Eindrücke der Neusser Skihalle, die uns am Freitagabend zur Qualifikation für den One Big ParkZeit Contest empfingen. Bereits von unten sah man den von Schneestern und One Big Park bereitgestellten Funpark in der oberen Hälfte der Halle und in der Mitte der unteren das dominierende Obstacle, die 21m lange Monsterbox aus der Modularsystem-Reihe von Schneestern, die, beginnend mit einem Rainbow in eine Doublekinked, die wiederum in einem Waveboxähnlichen Abgang endete, so einige auf die Probe stellen sollte.

Judges beim Entspannen: Flo Penzinger beim Bs180 Indy über den Contest-Kicker

Im oberen Teil, dem Hauptpark, shreddeten sich derweil die zahlreichen Jungs und Mädels in der Quali die Seele aus dem Leib, um einen der wenigen verbliebenen Plätze zu ergattern. Von Downrail über einen mittelkleinen Kicker, einer großen A-Frame, einer Wavebox, einer Step-Up-Step-Down-Butterbox, bis zu einer Curved- und einer Kinked-Box war alles, was das Jibberherz begehrt, vertreten und zum Vernichten freigegeben.

Das wurde dann spätestens beim Contest auch aufs härteste angegangen. 270s On und Off und über die Kinks waren an der Tagesordnung, ob switch oder normal war dabei vielen egal. Auch die im Verlaufe des Contests leider immer zerfahreneren Landungen konnten die Shredder nicht davon abhalten, Fakie von den Boxen zu kommen oder gar Frontflips zu sticken. Letzterer von der Wavebox herunter wurde dann zum Best Trick gekürt und Philip Ramhofer somit um ein Set Outerwear bereichert.

Auf dieser Wave-Box wurde später noch der Best Trick des Contests ausgeführt, als sich Philip Ramhofer per Frontflip verabschiedete (Foto: Christina Waidmann)

Das Finale der Snowboardmädels war der internationalste Teil des Tages, mit Vertreterinnen aus gleich 3 Ländern. Besonders hervor stach dabei die erst 14jährige Kim Stuffers aus Holland, die sich den ersten Platz sicherte. Auf dem zweiten Platz fuhr sich Pia Gärtner vor Katharina Turin. Kim darf sich jetzt schonmal auf den Roxy Chicken Jam am Kitzsteinhorn vorbereiten, für den sie eine Wildcard plus Unterkunft und Transport vom SalzburgerLand gewonnen hat. Auch die anderen gingen nicht leer aus und gewannen Hard- und Softgoods von den weiteren Sponsoren.

Hohes Niveau wurde beim Contest gezeigt: Boardslide to Frontside Boardslide von Hallen-Local Nils Matich. Switch wohlgemerkt.

Bei den Herren war es bis zur letzten Minute spannend, alle 10 Finalisten zeigten ein sehr hohes Trickniveau. Letztendlich konnte sich Jonel Fricke auf den dritten Platz fahren. Den zweiten Platz sicherte sich Gianni Baggenstos, nur einer konnte verhindern, dass er sich den vordersten Podiumsplatz krallte: Tingel-Tangel aka Sascha Vossen konnte mit seinem sehr eigenen Style die Judges überzeugen und freute sich wohl am meisten über die neuen Boots, die er neben der Wildcard für den JibKing in Flachauwinkl und weiteren Preisen gewann, da seine alten höchstens noch für den Hund zum Spielen geeignet wären. Um sich den ersten Platz zu erfahren waren sie allerdings offenbar noch gut genug, wir werden sehen, was er in Flachauwinkl reißen kann.

Jonel Fricke mit Fronttail auf dem Weg zum dritten Platz. (Foto: Christina Waidmann)

Im Anschluss an den Contest konnte noch gemütlich weiter gejibbt werden, was sich einige der Locals und auch derer, die teilweise zum ersten Mal in einer Halle unterwegs waren, auch nicht nehmen ließen, bevor es dann bei gutem Grillzeug, Bier und Musik zur Siegerehrung ging. Die von den Judges Kathrin Gappmayr und Flo Penzinger auf die vorderen Plätze gewählten wurden fleißig bejubelt und beklatscht, bevor verkündet wurde, dass alle Einnahmen aus dem Bier- und Grillverkauf an den Behinderten-Skisport gespendet würden. Auch dies sorgte noch einmal für Applaus, bevor noch bis zum Einbruch der Dunkelheit und teils lange darüber hinaus gegessen, getrunken und Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Auch wenn die Fahrer während des Contests teils recht lange auf ihr "Go" warten mussten, konnten wir einen guten und fair gejudgten Contest erleben, der definitiv eine gelungene Eröffnung des neuen Neusser Funparks darstellte und auch so manchem Alpenländler das Niveau der "Hallenkinder" vor Augen führte, die vorher vielleicht nur müde belächelt wurden.

Die Sieger mit ihren Preisen. Jonel Fricke auf Platz 3, Gianni Baggenstos auf 2 und Sascha Vossen auf der 1. (Foto: Christina Waidmann)

home   contact   info   newsletter   rechtliches   datenschutz    rss