Peter Line - Interview
von Bene Heimstädt, 18. Nov 2001
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In wie weit bist du jetzt noch involviert? Oh, ich habe für die aktuelle Kollektion fast alle Designs selbst gemacht oder zumindest beeinflusst. Gerade bei der Bekleidung achte ich sehr genau darauf, dass die Kollektion dope aussieht. Ich arbeite eng mit den Designern zusammen, sage ihnen meine Ideen, um die Sachen noch besser zu machen.
Hast Du überhaupt Zeit dafür? Ich versuche mir die Zeit zu nehmen. Natürlich kann ich nicht immer da sein, um alles zu beeinflussen. Es dauert verdammt lang und ist viel Arbeit, bis so eine Kollektion steht. Ich kann da natürlich nicht beim Fabrikanten irgendwelche Textilmuster begutachten oder die Produktion überwachen. Aber ich mache soviel, wie eben möglich ist.
Möchtest Du nach deiner aktiven Karriere in der Snowboardindustrie bleiben? Für eine begrenzte Zeit, vielleicht, aber bestimmt nicht für immer. Momentan macht es einfach Spass, ob das später auch noch so sein wird, weiß ich nicht.
Denkst du schon an die Zeit nach dem Snowboarden? Irgendwelche Pläne? Ja, Pläne habe ich schon, allerdings keine, die sich nicht noch ändern könnten. Wahrscheinlich werde ich auf irgendeine Schule gehen und etwas lernen. Snowboarden hat mich extrem weit gebracht, weiter als ich mir das jemals hätte träumen lassen, aber irgendwas kann immer passieren. Eine Verletzung, die meine Karriere beendet, zum Beispiel.
Bist du oft verletzt? Nope! Ich hatte ziemlich viel Glück, bis jetzt war das Schlimmste eine ausgekugelte Schulter. Und natürlich der Kreuzbandriss, den ich momentan habe.
Wie ist das passiert? Einfach zu weit gesprungen und im Flat gelandet. Ich bin im Juli operiert worden und werde im Dezember hoffentlich wieder fahren können.
Wie motivierst du dich, um wieder fit zu werden? Das ist gar kein Problem. Ich versuche, gar nicht daran zu denken, dass ich gerade verletzt bin und lebe einfach ganz normal. Das Knie heilt sehr schnell und alles läuft bestens. Ich bin genauso unterwegs wie vorher, nur dass ich eben nicht Snowboard fahre. Lediglich auf Parties habe ich manchmal ein bisschen Angst um das Knie und mache daher eben langsamer.
In dem Bewußtsein, dass so ein Verletzung unglaublich schnell passiert ist, hast du manchmal Angst beim Snowboarden? Oh ja, jedes Mal. Immer wenn man einen neuen Kicker springt, vor allem im Backcountry, den man nicht richtig einschätzt, kann in der letzten Sekunde etwas in die Hose gehen. Vielleicht verkantet man blöd, kommt zu kurz und landet in Felsen. Aber ich versuche, nicht daran zu denken, was passieren kann. In dieser Hinsicht ist zum Beispiel BJ Leines ein absoluter Psycho, der macht mir manchmal richtig Angst (lacht). Wobei diese Angst natürlich gar nichts ist, verglichen mit dem was zum Beispiel Alaska von dir abverlangt. Dort bist du immer an der Grenze zwischen Leben und Tod, und nur eine einzige Entscheidung in Sekundenbruchteilen, kann darüber entscheiden. Ich habe sehr viel Respekt vor Alaska.
Was ist dein Heimresort? Squakers in Washington. Das ist ein ganz lustiges Gebiet, auch mit ein paar Steilhängen. Dort hab ich Snowboarden gelernt.
Wie oft kommst du noch dazu, daheim zu fahren? Sehr, sehr selten. Die letzten drei, vier Jahre liefen so ab: Die Saison startet normalerweise irgendwann im November. Ich bin zuhause bis Anfang Dezember. Dann geht es nach Europa zum Air&Style. Danach bin ich wieder zu Hause, bis Weihnachten. Normalerweise sind die Bedingungen dann überall beschissen, also verpasse ich nichts. Falls es doch irgendwo gut sein sollte, fahre ich eben dahin. Im neuen Jahr fahre ich überall dort, wo es gut ist, mache ein paar Promotrips nach Japan. Mein Zeitplan ist ziemlich eng, ich filme auch für meine Videoparts.
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