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Peter Line - Interview

von Bene Heimstädt, 18. Nov 2001

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Wie gehst du selbst damit um, ein Vorbild zu sein?
Ich bin mir meiner Vorbildfunktion voll bewußt, mir ist es am Wichtigsten, dass ich diese ganzen Kids zwischen 14 und 16, die zum Snowboarden kommen, ein bißchen aus meiner Sicht positiv beeinflussen kann. Damit sie verstehen, was Snowboarden ist und was es bedeutet. In den Medien, vor allem im Fernsehen, wird der Sport oft falsch dargestellt und auf den Wettkampf reduziert. Ich nutze das Medieninteresse an mir, um in meinen Interviews und Fernsehauftritten dafür zu sorgen, das Snowboarden das bleibt was es ist, und nicht so sehr in die Richtung des wettkampforientierten Skisports gedrängt wird. Ich kommen vom Skaten, und Snowboarden ist für mich genauso Hardcore. Ich möchte, dass es so bleibt und dass die Leute, die erst über die Medien in Kontakt mit uns kommen, kein falsches Bild erhalten. Snowboarden ist ein Hardcore-Sport, und das soll er auch bleiben. Dafür gebe ich mein Bestes.

Auf der anderen Seite nimmst du an den Medienevents, wie etwa den X-Games, teil.
Ja, natürlich. Diese Leute haben viel Geld, viele grosse Firmen stehen als Sponsoren hinter ihnen. Sie würden diese Contest genauso mit der selben grossen Coverage ausrichten, wenn wir sie boykottieren würden. Ich denke, da ist es besser mitzumachen und ihnen einen möglichst guten Eindruck zu vermitteln, was Snowboarden tatsächlich ist. Man kann die Sache so wenigstens ein bißchen in die richtige Richtung steuern, so dass das Hardcore-Snowboarden nicht ganz von der Bildfläche verschwindet.

Was ist denn "hardcore" am Snowboarden?
Hardcore ist ein beschissenes Wort dafür, mir fällt nur kein besseres ein. Snowboarden war früher einfach nur Spass und Party, es hat sich von anderen Sportarten dadurch unterschieden, dass niemand "trainiert" hat, dass es eben keine strenge Struktur in Verbänden oder Vereinen gab. Individualität war das Wichtigste, jeder hat sein Ding gemacht. Inzwischen muss man hart an sich arbeiten, richtig trainieren, um ein richtig guter Snowboarder zu werden.Der Sport verändert sich stark, und ich will einfach, dass die Leute die ürsprüngliche Motivation nicht vergessen, sich selbst und die ganze Sache nicht verbissen ernst nehmen.

Hat sich deine Einstellung zum Snowboarden verändert? Früher ist man auf den beschissensten Pisten rumgerutscht und hat den grössten Spass dabei gehabt...
Ja, das hat sich schon geändert, einfach dadurch, dass Snowboarden mein Beruf ist. Als Pro lebt man von guten Photos und Videos, dadurch ist man immer auf der Jagd nach den optimalen Schneeverhältnissen und nach gutem Wetter. Es ist verdammt wichtig, produktiv zu sein, d.h. aus den Tagen am Berg das Optimum an Coverage herauszuholen. Allerdings, wenn man das gefunden hat, wenn die Bedingungen gut sind, dann habe ich noch genausoviel Spass wie früher.

Mal zum Geschäftlichen. Du bist Mitbesitzer der Firmen, für die du fährst...
Ja, ich habe Forum Snowboards und Four Square Outerwear mitgegründet.

Wie kam es dann dazu?
Das ist jetzt schon eine Weile her, Four Square wurde vor sechs Jahren gegründet. Ich hatte damals Sponsoren, bei denen die Entwicklung nicht so rad war. Also habe ich mit ein paar Leuten geredet, um eine Snowboard- und eine Kleidungsfirma zu gründen. Irgendwie hat das geklappt. Ich wollte einfach Produkte machen, die mehr Style hatten, technischer. Die Sachen sollten den zukünftigen Look des Snowboardens prägen.

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