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Mini Karpf - Interview

von Christian "Over the Top" Bach, 18. Nov 2001

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Und da habt ihr euch dran gehalten?
Ja, bis wir sechzehn waren. Dann hab ich ihm aus Spaß zum Geburtstag eine Schachtel Zigaretten und eine Flasche Champagner mitgebracht, so nach dem Motto: "Das darfst du dir jetzt gönnen". Wir haben zusammen eine Zigarette geraucht, mir ist kotzübel geworden und ihm auch. Blöderweise raucht er seit dem Tag. Ich hab mir vorgenommen auch weiterhin nichts zu trinken. Einfach nur, weil ich für mich keinen Nutzen darin sehe Alkohol zu trinken. Und weil es mir nicht schmeckt. Ich kann mir zu keinem Essen und zu keiner Tageszeit vorstellen, dass es jetzt cool wäre ein Bier zu trinken. Ich trink viel lieber einen Spezi.

Du willst mir ernsthaft erzählen, dass du in deinem Leben noch keinen einzigen Tropfen getrunken hast?
Ich war in meinem Leben erst einmal "besoffen", und das war nach einer Maß Bier bei einem Waldfest am Tegernsee.

Also doch keine Jungfrau mehr.
Nein, aber da konnte ich nicht wirklich was dafür. Ich habe da mit meinen Freunden den ganzen Tag über gesessen, Hendl gegessen und Spezi getrunken. Irgendwann war ich pleite, hatte aber trotzdem noch voll Durst. Also hab ich mal probiert, meinen Durst mit einem der unzähligen Freibiere, die der Stiefvater eines Freundes ständig auf den Tisch gestellt hat, zu löschen. Ich finde Bier schmeckt grausam und hab deshalb immer nur ganz kleine Schlücke genommen. Da muss man sich wohl echt erst mal dran gewöhnen. So lief das über drei Stunden. Das war am Ende höchstens eine Maß, aber der Boden hat sich gedreht, als ich auf die Toilette bin.

Dann entsprichst du ja nicht so wirklich dem Bild, das sich die Öffentlichkeit von einem Snowboarder macht. Die sehen glaube ich immer eher den langhaarigen Bombenleger, der immer nur Party macht, säuft und Haschisch spritzt.
Haschisch kann man gar nicht spritzen - und abgesehen davon find ich es albern, wenn man dem Snowboardsport so einen Titel verpasst, weil es für jeden letztendlich was anderes bedeutet. Außerdem verändert sich Snowboarden ständig. Ich hab es früher ganz anders gesehen als heute. Ich mag es nicht, wenn das Snowboarden so verallgemeinert wird. Dafür ist Snowboarden eine viel zu individuelle Sportart. Da kann jeder sein eigenes Ding machen. Gerade was die Tricks angeht. Es gibt keine Regeln, sondern es wird improvisiert. Zum Beispiel Mike Michalchuck, der kam vor drei Jahren daher und hat einen komplett neuen Trick gemacht.

Respektierst du solche Tricks wie den "Michalchuk"?
Absolut. Backflips sind schwul, aber was Michalchuck macht ist auf einem ganz anderen Level. Ich finde, ein Backflip über einen Straightjump ist kein Snowboardtrick. Aber wenn Michalchuck beim Air&Style einen sechs Meter hohen Doublechuck hinlegt, dann hat er damit auch verdient gewonnen. Das grenzt an Stuntmen. Wenn jemand einen geilen Trick steht und noch an einer kleinen Wächte einen Backflip macht, so als Freudensprung, dann sind Backflips lustig.

Was hältst du generell von geflippten Tricks?
Gefällt mir nicht so gut. Gerade bei Spins ab 720° ist es wesentlich technischer, wenn du sie waagrecht anstatt irgendwie über den Kopf drehst. Das kommt dann immer noch ein bisschen auf den jeweiligen Trick an, aber generell finde ich gerade gedrehte Spins stylischer als geflippte.

Kannst du noch über die Frontsidekante abspringen? Ich seh dich Frontside Spins immer nur über die Backsidekante machen.
Im Prinzip schon. Nur wo ichs wirklich verlernt habe ist bei den Switch Frontside Spins. Ich fands lange Zeit viel stylischer wenn man da so Cab-mäßig über die Backside-Kante rausrutscht. Als ich dann beim Air&Style das Kickertraining mitgefahren bin, wollte ich einen ganz normalen Cab Five machen und bin über die Heeledge raus. Hat alles wunderbar geklappt, nur der Schwung hat halt einfach gefehlt und ich bin voll auf dem Table eingeschlagen. Da hab ich mir dann vorgenommen, Cab Spins wieder über die Frontsidekante zu lernen, um definierter und kräftiger abspringen zu können.

Wie oft warst du schon beim Air&Style am Start?
Zwei Mal. Letztes Jahr war ich beim Quarterpipe Contest dabei und bin Sechster geworden. Dieses Jahr hab ichs ein bisschen verspackt und bin an der Corner Siebter geworden. Nach der Qualifikation war ich Dritter, aber im Finale bin ich dann zweimal auf dem Coping gelandet und konnte meinen Trick nicht stehen. Da ich einen Alley Oop McTwist gesprungen bin, war es halt ziemlich schwierig abzuschätzen, wie ich aus der Corner raus muss, um die Tranny gut zu treffen. Da bin ich ja letztes Jahr in Davos auch gut auf den Arsch geflogen.

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