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Burton European Open 2006

von Michi Lehmann, 15. Jan 2006

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Day 05 & 06 - The Big Dump & Slopestyle Finals

Day 5

Es war ja schon am Dienstagabend klar, dass der Mittwoch als "Downday" der European Open kandidieren würde. Starker Schneefall am Dienstagnachmittag verwandelte die Laaxer- Bergwelt und den Slopestyle in ein 1A-Schneegestöber, mit Sicht unter 50 Meter, und da es in der Snowboardbranche leider nun mal keine Nebelscheinwerfer und Rückleuchten gibt, wurden alle für den Mittwoch angesetzten Wettkämpfe abgesagt und auf den nächsten Tag verschoben.

Foto: Fischi

Wir wussten das natürlich schon am Abend zuvor und bereiteten uns zielstrebig an der Bar des Riders Palace auf den bevorstehenden Downday vor. Einige Beteiligten vielleicht ein bisschen zu zielstrebig.
Nach einer längeren Vorbereitungsphase wurde dann der lang ersehnte und mehrfach verschobene "Redaktionsshred" als Lückenfüller für den Mittwoch angesetzt.

Foto: Fischi
Foto: Fischi

Day 6

Yeah Powder! Mehr als einen halben Meter Neuschnee über Nacht und perfekte Wetterbedingungen am Berg, verlängerten unseren Redaktionsshred um einen weiteren Vormittag, und während sich so ziemlich jeder am Berg seine wohlverdiente Portion Glücksgefühle im frischen Powder abholte, war die schaufelnde Fraktion der Parkshaper fleißig damit beschäftigt, den Park und die Halfpipe wieder auszugraben.
Slopestylefinale der Männer sowie der Frauen stand heute im Programmheft, wobei durch den verpassten "Dump Dienstag" der Zeitplan von den Verantwortlichen etwas straffer organisiert wurde und die Läufe jeweils ohne Semi-Final ausgetragen wurden.

Was gibt es eigentlich in Skandinavien außer fiesen Stechmücken und verdammt guten Snowboardern?
Die Region im hohen Norden hat auf jeden Fall einiges zu bieten, aber es sind ja schließlich die Burton European Open, und nicht etwa eine skandinavische Abart von "Wir fahren euch alle in Grund und Boden". Diesen Eindruck erweckte nämlich ein weiteres Mal das Slopestylefinale der Herren, am heutigen Tag.
Über 100 Fahrer standen unter Beobachtung der Judges, wobei die Result-List hinter fast jedem Namen des ersten Drittels, das Kürzel FIN, NOR oder SWE als Anhang führt.

Foto: Fischi

Risto Matilla zeigte in seinem zweiten Run des Finales Switch Bs 7 to Cab 9 gefolgt von einem Fs 5er und hat damit quasi fast jede Rotation einmal abgehandelt. Hampus Mosesson, Gewinner des Air&Styles 2005, konnte seinen BS 1080 leider nicht sauber sticken und landete in der Result-List schließlich auf Platz 14. Aber ohne Trainingsrun als ersten Trick Bs 1080 zu probieren, ist aller Ehren wert! Jukka Eratuli aus Finnland zeigte im zweiten Lauf folgenden Run: Switch Frontside Air über die Hip, dann Switch Bs 9 to Fs 9, gefolgt von einem Cab 7 am unteren Kicker und Rock to fakie am Wallride und stand mit dieser Kombo am Ende auf Platz 13, was verdeutlicht, wie niveauvoll dieser Slopestyle der Herren war, und mit welchen Tricks die Fahrerriege aufwartete.
Stalefish über die Corner, Bs 9, Cab 9, Bs 7 und Layback am Wallride, das ist das fahrerische Endergebnis des Finnen Peetu Piiroinen, der sich mit diesem Trick-Massaker den Sieg holte.

Foto: Marcel Lämmerhirt

Der 17-jährige Burton Rider gewann bei den BEOs 2005 noch den Slopestyle bei den Junioren und übertraf mit seinem Sieg seine Leistung von vor einem Jahr. Damit landeten in diesem Jahr drei Finnen auf dem Podium, denn Platz Zwei belegte Halfpipe-Weltmeister Antti Autti und der dritte Platz wurde an den Newcomer Janne Korpi vergeben.

Foto: Fischi

Bei den Mädels merkte man zwischenzeitlich schon, dass es sich bei dem Wettkampfformat um einen Open-Contest handelte, viele Fahrerinnen landeten auf dem Table oder zeigten einfach Straight-Airs, welche nicht gegrabt waren, dass aus den Speaker dazu auch noch Bob Marley mit seiner Kulthymne "No Woman No Cry" säuselte, machte die Sache nicht gerade leichter. Trotzdem, oder gerade deshalb verlangt es absoluten Respekt für alle Fahrerinnen, sich überhaupt über das heftige Kicker-Setup der Burton European Open zu prügeln.

Foto: Fischi

Claudia Fliri aus Österreich, die nach dem ersten Run das Starterfeld anführte, konnte ihren Vorsprung leider nicht bis zum Ende halten, landete aber mit dem dritten Platz verdient auf dem Treppchen. Den ersten Platz belegte Vorjahressiegerin Natasza Zurek mit einer Back to Back 5 Kombo und einem weiten Fs 360er. Cheryl Maas aus Holland startete als letzte Fahrerin und pushte den Contest noch einmal, indem sie nach einem Fs Boardslide am Downrail ihren Inrun zum ersten Kicker vermasselte und daraufhin abschnallte, um noch einmal Anlauf zu holen. Mit mehr Schwung zeigte sie dann einem massiven Bs 5er, gefolgt von einem Bs 720 und sicherte sich mit diesem Lauf absolut verdient den zweiten Platz.

Foto: Fischi

Tricks steht für heute Abend noch die große Gambling Night im Riders Palace an. Dabei wird in bester Oceans-Eleven-Manier, Black Jack und Roulette gezockt, bis die Gewinner der Burton European Open ihre Siegesprämie von jeweils 10000 US-Dollar unter die Leute gebracht haben.

SLOPESTYLE MÄNNER ENDERGEBNISSE

1. Peetu PIIROINEN FIN BURTON
2. Antti AUTTI FIN FLOW
3. Janne KORPI FIN K2
4. Torstein HORGMO NOR ROME
5. Mikkel BANG NOR BURTON
6. Sami SAARENPÄÄ FIN BURTON
7. Ville UOTILA FIN HEAD
8. Mathieu CREPEL FRA ROSSIGNOL
9. Risto MATTILA FIN FLOW
10. Jaakko RUHA FIN NITRO
11. Henning MARTHINSEN NOR NIKE ACG
12. Iikka BACKSTRÖM FIN FORUM
13. Jukka ERATULI FIN HEAD
14. Hampus MOSSESON SWE QUIKSILVER
15. Ulrik BADERTSCHER NOR NIKE ACG
16. Chris SÖRMAN SWE QUIKSILVER
17. Marc-Andre TARTE CAN VÖLKL
18. David BENEDEK GER SALOMON
18. Reinhard RIESER AUT FORUM
20. Nick SAUVE NOR CAN

SLOPESTYLE FRAUEN ENDERGEBNISSE

1. Natasza ZUREK CAN BURTON
2. Cheryl MAAS NED VOLCOM
3. Claudia FLIRI AUT VOELKL
4. Vicci MILLEr UK OAKLEY
5. Ursina HALLER SUI PALMER
6. Jenny JONES UK BILLABONG
7. Tina RAMHOLT SUI ROXY
8. Sandy GECEK AUT F2
9. Meri PELTONEN FIN BURTON
10. Ingrid ALM NOR BATALEON

Morgen gehts weiter mit der Halfpipe Qualifikation der Frauen und dem Halfpipe Semi-Finale der Männer.

Foto: Fischi

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