Powerade Pleasure Jam 2005
von Chris Helten, 17. Nov 2005
Seite 3 von 5
Samstag, 12. November: Pro-Contest
Auch am Samstag zeigte sich kein Wölkchen am Himmel. Der Park lag frisch nachgeshapeten in der Sonne und empfing die zahlreich angereisten Pros somit von seiner besten Seite. Die ließen es sich auch nicht nehmen, ihn ausgiebig zu beanspruchen. Natürlich nicht, ohne vorher das gerade bei Events zu Saisonbeginn übliche Handshake- und "Hey Dude, how are you?"-Getümmel zu veranstalten. Aber genau das ist es, was den Charkater des Pleasure Jams ausmacht. Es geht nicht nur um den Gewinn eines Contests, ja noch nicht mal nur ums pure Snowboardfahren. Mindestens ebenso wichtig ist es, alte Freunde wiederzutreffen, neue kennenzulernen und einfach gemeinsam eine gute Zeit in den Bergen zu haben.
Das soll natürlich nicht heißen, dass die Fahrer den Contest nicht ernst nahmen. Obwohl die Landung hinter der Kickerline noch immer recht hart war und der Wind den Fahrern in der Luft ab und zu einen Seitenhieb verpasste, war das Niveau durchweg hoch. Man sah viele sauber gestickte Cab 9er, Backside 7er und Switch Backside 5er. Doch auch die All Time Style Classics wie Backside 180s und Frontside 3er ließen das Herz des Zuschauers, der sich das Treiben von einer der zahlreichen Bänke in der Ziel-Area ansah, höher schlagen. Auch die Railline und die Corner am unteren Ende der Piste wurden von den Protagonisten ordentlich gerockt, so dass die Judges um die Andi Lehmann und Chris Kröll, einiges zu tun hatten, bevor ein Ereignis die Jamsession abrupt beendete, das wie geschaffen wäre für Band eins aus einer Lehrbuchreihe "Selbstzerstörerisches Verhalten im Park". Protagonist war ein Fotograf, der nichts besseres zu tun hatte, als auf der Tablekante nach der ultimativen Perspektive zu suchen. Da brauchte es nur noch einen Michi Bacher, der ohne ihm dafür einen Vorwurf machen zu wollen ein wenig schräg vom Kicker wegspinnte und den armen Paparazzo mittels ungewolltem Tailbonk an dessen Kopf abräumte. Dieser hatte zum Glück noch seine Hand hochreißen können, so dass sein Kopf nur eine Schnittwunde von der Kante mitbekam und nicht wie sein Handknochen eine ordentliche Fraktur, wie Ex-Pro und Arzt Kai Junghans nach seinem Spontaneinsatz diagnostizierte.
Jedenfalls entschlossen sich Fahrer und Judges, nach diesem üblen Unfall die Session abzubrechen und gleich zur Siegerehrung überzugehen.
Nicky Wieveg an der A-Frame Box (Foto: Jan Zach)
Den Award für den Besten Trick schnappte sich Eero Ettala, der seinen stylischen Backside Rodeo 720 sauber stickte. Ein weiterer Skandinavier Jakob Wilhelmson nämlich, räumte den Titel des "Smoothest Rider" ab. Den Gesamtsieg errang Nicky Wieveg, der die Motivation seiner Siegerleistung bei den Amateuren im Pro-Contest noch mal hatte steigern können und die zweit- und drittplatzierten Rudi Kröll und Michi Bacher, sowie alle anderen Pros in ihre schranken verwiesen hatte.
Für die Tirolerin Claudi Fliri, die bereits die Jahre zuvor auch schon beim Pleasure-Jam dabei war, hatte sich der Contest-Samstag ebenfalls gelohnt, wurde sie doch gleich zweimal ausgezeichnet. Zum einen sicherte sie sich mit stylischen Frontside 360 Backside Grabs den besten Trick, und darüber hinaus durfte sich Claudi auch noch über den zweiten Platz der Gesamtwertung freuen. Besser war an diesem Tag nur die 21-jährige Niederländerin Cheryl Maas, die sich verdient den Sieg bei den Mädels holte. Auf Rang Drei und damit ebenfalls auf dem Podium landete die Deutsche Steffi Hamann.
So waren eigentlich alle Beteiligten Fahrer, Verantwortlichen und die Zuschauer mit dem Ergebnis der JamSession zufrieden, und nach der anschließenden Siegerehrung blieb noch genügend Zeit um den Tag mit ein paar gemütlichen Runs ausklingen zu lassen.
Nicky Wieveg (Foto: Jan Zach)
Cheryl Maas (Foto: Jan Zach)
Eero Ettala (Foto: Jan Zach)
Vorherige Seite Nächste Seite
|