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Pleasure Spring Session 2005

von Christian Helten, 2. Mai 2005

Bewertung: 6.3     Deine Bewertung
Andi Lehmann, Backside Boardslide (Foto: Markus Fischer)

Denn der Park am Crap Sogn Gion hatte wirklich einiges zu bieten. Unzählige Boxen und Rails in allen Formen, Größen und Neigungsgraden standen bereit und machten einem die Entscheidung zur Wahl einer Line nicht leicht. Allein sie alle wenigstens einmal zu testen, hätte einen halben Tag in Anspruch genommen. Die Vorteile dieser Vielfalt waren natürlich, dass man so gut wie nie anstehen musste, und sich parallel an mehreren Obstacles Sessions entwickeln konnten.

In gewohnt gutem Zustand präsentierte sich die Superpipe. Was selbstverständlich nicht ohne Folgen blieb: Von früh bis spät folgte ein Drop-In dem anderen, und die Filme der Fotografen füllten sich mit guten Shots. Besonders unterhaltsam waren die Old-School-Sessions am Freitag und Samstag. Vor allem Jonte Edvardson, Danny Larsen, Morten Sommer, Micke Sandy, Andy Lehmann und Magnus Sterner, der verdientermaßen zum Sieger gekürt wurde, griffen tief in die Kiste der Lost Tricks. Das rief bei so manchem Unverständnis hervor, dass Tuck Knees, Crails und Co. Überhaupt jemals aus der Mode kommen konnten. Ganz besonders wörtlich hatte Mini Karpf den Old-School-Aufruf genommen. Der fuhr nämlich mit dem seinem allerersten Snowboard, einem 1,29 m langen Burton Air, durch die Pipe. Dabei konnte ihn weder die Kürze des Bretts noch die Tatsache, dass zwischen den beiden Bindungen kaum mehr als eine Hand Platz hatte, davon abhalten, zwei Meter hohe McTwists und Backside Airs zu zaubern.

Jonte Edvardson - Über den modischen Wert von engen Jeansjacken kann man streiten, über Handplants wie diesen nicht (Foto: Markus Fischer)
Mini Karpf, Retro-Method (Foto: Markus Fischer)

Richtig Spaß machte auch die etwas kleinere Jib-Pipe. Ihre Lage direkt unterhalb des No Name Cafés machte es möglich, quasi direkt von der Terasse zu starten. Das besondere aber war der Aufbau der Pipe. Nach einem Einstieg via Entry-Hip zu Anfang der linken Wall konnte man sich rechts erstmal an einer auf das Coping gepflanzten Curved Box vergnügen. Der nächst Hit stellte den ambitionierten Fahrer vor die Wahl. Freunde von kleinen Umwegen konnten die Pipe durch eine Lücke verlassen und nach einer Kombination an Straight Rail, Curved Box und Downrail durch eine zweite Unterbrechung in der Wall wieder zurükkehren. Die eher geradliniger veranlagten wählten kurzerhand den Sprung über das Gap, und dem nicht so Fortgeschrittenen blieb immer die Möglichkeit eines normalen Airs.

Garant für viel Spaß: die Jib-Pipe (Foto: Markus Fischer)

Fortgeschritten hatte man auf jeden Fall zu sein, um den großen Kicker unter dem Plaun-Lift zu springen. Schließlich galt es hier ein mehr als stattliches Table zu überspringen. Ganz vorne mit dabei war auch hier wieder die Skandinavier-Fraktion. Eirik Haugo zum Beispiel pullte nach einem ersten Testversuch stylische, und extrem sicher gestickte Backside 180s und 540s. Am heftigsten warf sich jedoch Quentin Robbins über den Kicker. Backside 540 First Try, und dann nur noch Siebener. Respekt.

Quentin Robbins, Backside 5 Indie (Foto: Markus Fischer)

Natürlich war neben Snowboardfahren auch noch anderes geboten. Partys zum Beispiel. Vor allem das Film-Up Festival am Freitag und das Konzert der Schwedischen Punkband Millencolin am Samstag bescherten dem Riders Palace eine volle Hütte, die sich auch erst in den Morgenstunden zu lehren begann.

Dies machte es dann auch nicht ganz so schlimm, dass das Wetter am Sonntag nicht mehr wirklich mitspielte. So konnte man sich guten Gewissens noch ein wenig im Bett bleiben, danach gemütlich frühstücken und entspannt die Heimreise antreten.

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